Das Foto zeigt den Eingang Süd am Campus Benjamin Franklin
Eingang Süd

Forschung an der Klinik für HNO am Campus Benjamin Franklin

Informieren Sie sich auf den folgenden Seite über die aktuellen Forschungsaktivitäten der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (CBF).
Bei Interesse an einem bestimmten Thema nutzen Sie auch unsere Publikationsliste.

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Forschungsprojekte

HPV-assozierte Kopf-Hals-Tumore

Neben Alkohol und Tabakkonsum können auch Humane Papillomaviren (HPV) bösartige Tumore im Kopf-Halsbereich hervorrufen. Auf der einen Seite bilden diese Tumore frühzeitig Tochtergeschwülste, auf der anderen Seite reagieren sie relativ sensibel auf Strahlen- und Chemotherapie. Während die eingangs erwähnten Tumore meist durch Hochrisiko-HPV hervorgerufen werden, wird die Larynxpapillomatose, charakterisiert durch Gewebewucherungen im Bereich des Kehlkopfes, durch Niedrigrisiko-HPV verursacht.

Mehrere Projekte unserer Forschungsinitiative widmen sich den unterschiedlichen Aspekten HPV-assoziierter Erkrankungen:

-Immunologische Ziele und "immune-escape" von Kopf-Hals-Tumoren -Chemoresistenz – Chemosensibilität von Kopf-Hals-Tumoren
-Bedeutung von HPV in adenoid-zystischen Speicheldrüsentumoren -Immunologische Urschachen der Larynxpapillomatose und die Erforschung ihrer Prävention.

Tumorstammzellen

Seit einigen Jahren gewinnt die Hypothese, dass bösartige Tumore durch sog. Tumorstammzellen hervorgerufen werden immer mehr Beachtung. Seit kurzem gibt es experimentelle Beweise für die Existenz dieser Zellen auch bei Kopf-Hals-Tumoren. Sie werden für die Bildung, Wachstum, Metastasierung und Rezidive dieser Tumore nach Therapie verantwortlich gemacht.
Aktuelle Forschungsprojekte unserer Arbeitsgruppe beschäftigen sich mit der
- Charakterisierung von Tumorstammzellen in vitro und in vivo
- Häufigkeit und prognostische Bedeutung von Tumorstammzellen in HPV-positiven und –negativen Tumoren
- "Immune-escape"-Phänomenen von Tumorstammzellen

 

 

Tissue Engeenering

Mithilfe eines neuartig entwickelten Zellkultivierungssystems können Muskelzellen erstmalig in größerer Menge vermehrt und angezüchtet werden. Die Charakterisierung von in diesen Kulturen enthaltenen adulten Stammzellen und ihre Fähigkeit zur Transdifferenzierung steht aktuell vor einer Anwendung in der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie.

CO2-Laser assistierte Mittelohrchirurgie

Durch Einführung von CO2-Laser in die Mittelohrchirurgie kann eine weitgehend berührungslose Operationstechnik im Bereich des Mittelohrs realisiert werden. Die  an dieser Klinik entwickelte "Ein-Schuss-Laserstapedotomie" mit dem CO2-Laser ist mittlerweile ein weltweites anerkanntes und sehr häufig angewandtes Verfahren zur Behandlung der Otosklerose. Aktuelle Forschungsprojekte führen diese Arbeit weiter und beschäftigen sich mit Fragestellungen zur Optimierung des Verfahrens und Langzeitergebnissen in großen Patientenkollektiven.

Veränderung des Gleichgewichtssystems unter veränderten Schwerkraftbedingungen

Die räumliche Orientierung und der koordinierte Ablauf aller Körperbewegungen wird durch die Zusammenarbeit von mehreren Sinnessystemen - die vestibuläre, visuelle und somatosensorische Wahrnehmung - ermöglicht. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr dient dabei der Registrierung jeglicher Kopfbewegungen sowie der Stellung des Kopfes gegenüber der Schwerkraft. Die Abwesenheit der Schwerkraft erfordert eine Anpassung des Gleichgewichtssystems durch eine neue Gewichtung der neuronalen Mechanismen und nach der Landung ist eine erneute Re-Adaption an die irdischen Schwerkraftbedingungen notwendig.

Die durchgeführten Experimente zur Untersuchung dieser Mechanismen basieren auf Messungen des dreidimensionalen vestibulo-okulomotorischen Reflexes und der Otolithenorganfunktion während und nach einem Raumflug.

Entwicklung klinischer Prüfverfahren zur unilateralen Otolithenorganfunktion

Eine fundierte klinische Funktionsdiagnostik des Gleichgewichtsorgans im Innenohr erfordert seitengetrennte und isolierte Diagnoseverfahren für jede der fünf Teilstrukturen, (3 Bogengänge sowie den Otolithenorganen Sakkulus und Utrikulus). Dies ist derzeit nicht ausreichend gegeben.

Das in der Klinik entwickelte Prüfverfahren für die Utrikulusfunktion ist eine Kombination aus dem Messverfahren zur Bestimmung der subjektiven visuellen Vertikalen (SVV) mit dem Stimulusverfahren des unilateralen Zentrifugierens (UC). Das Verfahren hat sich  für die klinische Diagnostik bewährt (über 800 Patienten) und erstmals konnte nachgewiesen werden, dass isolierte Utrikulusfunktionsstörungen bei intakter Bogengangs- und Sakkulusfunktion auftreten können und somit eine differenzierte Diagnostik notwendig ist. An weiteren Prüfverfahren wird gearbeitet, um die komplexen physiologischen Vorgänge und derzeit noch unbekannten Pathomechanismen genauer erfassen zu können.